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© Admeda Arzneimittel GmbH 2002

Die Schilddrüse


Allgemeines

Bau und Funktion der Schilddrüse

Jodmangel

Jodmangelstruma (Kropf)

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
- Die Behandlung

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

 

 

Allgemeines

Die Situation in Deutschland zeigt, dass 10% der Bevölkerung eine als Kropf vergrößerte Schilddrüse aufweisen. Im Alter steigt die Rate sogar auf 40-50% an (Quelle: Allolio, Schulte; Praktische Endokrinologie, 1996, S.149). Davon könnte vielen durch eine rechtzeitige Behandlung geholfen werden. Zur Zeit werden immer noch 100.000 Schilddrüsen-Operationen jährlich durchgeführt, von denen viele vermeidbar wären (Forum-Schilddrüse). Die Neuerkrankungsrate an Schilddrüsenüberfunktion beträgt 30-50.000/Jahr.

 

Bau und Funktion der Schilddrüse

Die Schilddrüse liegt, wie der Name schon sagt, wie ein Schild vor der Luftröhre. Sie hat ein schmetterlingsförmiges Aussehen und wiegt bei Frauen bis zu 18 und bei Männern bis zu 25 Gramm.
Die Schilddrüse sondert ihr Sekret nach innen ab, in das Gewebe und von da ins Blut. Diese Sekrete heißen Hormone. Die Schilddrüsen-Hormone sind unverzichtbar. Entscheidender Bestandteil der Hormone ist das Jod, das über Wasser und Nahrung aufgenommen wird. Aus Jod und Eiweißbausteinen baut die Schilddrüse Trijodthyronin und Tetrajodthyronin, kurz T3 und T4 genannt. Diese Hormone werden je nach Bedarf an den Körper abgegeben.
Die Hormone fördern die Entwicklung und das Wachstum, steigern die Stoffwechselvorgänge und Energieumwandlung, außerdem sind sie für die Entwicklung des zentralen Nervensystem und der geistigen Entwicklung von großer Bedeutung. Auf den Nenner gebracht: Eine Einbuße ihrer Funktion bremst die körperlichen und psychischen Lebensvorgänge, eine Steigerung beschleunigt diese.


Jodmangel

In Deutschland nimmt die Bevölkerung gerade einmal 1/3 der empfohlenen Dosis zu sich. Die Empfehlung lautet 150 - 200 Mikrogramm/Tag. In Zeiten hormoneller Umstellung, wie Pubertät, Schwangerschaft und Wechseljahre ist der Bedarf sogar noch höher. Frauen sind durch ihren monatlichen Zyklus deshalb 3 mal so häufig betroffen wie Männer.
(Pfannenstiel etal, Schilddrüse, 1999, S. 99-100)

Warum ist Deutschland ein Jodmangelland?
Die Schmelzwasser der letzten Eiszeit haben der Erde das Jod entzogen und in die Ozeane gespült. Deshalb reicht das über die Nahrung und Trinkwasser zugeführte Jod nicht aus.

Es ist leicht die Jodzufuhr zu erhöhen
Verwenden sie im Haushalt nur noch jodiertes Speisesalz. Dieses gibt es in jedem Lebensmitteleinzelhandel zu kaufen. Da industriell hergestellte Lebensmittel meist noch nicht mit Jodsalz gewürzt werden, reicht die Zufuhr über den Hausgebrauch nicht aus, um den Bedarf zu decken. Darüber hinaus bedeutet eine hohe Salzzufuhr die Gefahr von Bluthochdruck und den damit verbundenen Herz-Kreislauferkrankungen.

Wichtigste Quelle um die Jod-Zufuhr zu steigern ist jedoch der Fisch aus dem Meer (Rotbarsch, Seelachs, Makrele. Kabeljau), also keine Süßwasserfische, wie z.B. Forellen. Bei einem Verzehr von 2 mal in der Woche einer Portion Seefisch brauchen Sie sich über einen Jodmangel keine Sorgen zu machen. Der Verzehr sollte möglichst aus frischem Fisch sein oder aus tiefgefrorener Ware bestehen, da verarbeitete Produkte kaum mehr Jod enthalten. Braten vernichtet weniger Jod als Kochen.

Unterteilung der Schweregrade des Jodmangels anhand der Jodausscheidung im Urin (WHO)

Grad I

Ausscheidung von 50-150g Jod/g Kreatinin

Grad II

Ausscheidung von 25-50g Jod/g Kreatinin

Grad III

Ausscheidung unter 25g Jod/g Kreatinin

 

In Deutschland besteht ein Jodmangel I. oder II. Grades. Die mittlere Jodausscheidung im Urin beträgt in Deutschland meist zwischen 40-60g/g Kreatinin.

(Quelle: Allolio, Schulte; Praktische Endokrinologie, 1996, S. 149)

 

Jodmangelstruma (Kropf)

Epidemiologische Untersuchungen zeigen, dass das früher berichtete erhöhte Kropf- vorkommen in den südlichen Bundesländern im Vergleich zu den nördlichen Bundesländern nicht besteht. Etwa 50% der Menschen beheben ihre Jodarmut mit einem Kropf. Ein Jodmangel-Kropf entsteht, wie der Name sagt, aus dem Mangel an Jod. Steht nicht genug Jod zur Verfügung, kann kein Schilddrüsenhormon gebildet werden. Folglich sinkt der Spiegel im Blut. Dieser Mangel wird an das Gehirn zurück gemeldet, das die Schilddrüse animiert mehr Hormone für den Stoffwechsel zu produzieren. Um sich dieser Situation zu stellen wächst die Schilddrüse, um auch das letzte Jod des Körpers auszunutzen. Es entsteht also aus einem Zuwenig an Jod ein Zuviel an Gewebe. Das heißt, die Schilddrüse versucht bei einem dauerhaften Jodmangel diesen über ein Wachstum zu kompensieren.


Einteilung der Kropfgröße anhand des Tastbefunds nach Empfehlung der WHO

 

Grad I

Tastbarer Kropf

Grad Ia

Nicht sichtbar beim Zurückbiegen des Kopfes

Grad Ib

Sichtbar beim Zurückbiegen des Kopfes

Grad II

Bei normaler Haltung sichtbarer Kropf

Grad III

Sehr großer Kropf, schon auf Entfernung sichtbar

(Quelle: Allolio, Schulte; Praktische Endokrinologie, 1996, S. 148) 

Wie lange ein Kropf wächst, hängt wohl vom Grad der Jodverknappung ab und davon, in welchem Maße das Joddefizit die Schilddrüse zum Wachsen zwingt. Wann aber ein Jod- mangelzustand erreicht ist und wann noch nicht, ist individuell definiert. Die Fähigkeit der Zellen zur Jodverwertung ist von Mensch zu Mensch verschieden. Ein Kropf kann viele Jahre bestehen, bevor es zu Fehlfunktionen kommen kann. Behandelt man ihn nicht, treten diese fast immer auf, z. B. als Schilddrüsenüberfunktion.


Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Werden in der Schilddrüse zu viele Schilddrüsenhormone gebildet, dann kommt es zu einer Überschwemmung des Körpers mit Schilddrüsenhormonen, und es entsteht das Krank- heitsbild der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose).

 

Diese Beschwerden können bei Schilddrüsenüberfunktion auftreten

 

Gewichtsabnahme

Appetitsteigerung

Anstieg der Herzfrequenz

Nervosität, Unruhe

Häufiger Stuhlgang

Wärmeunverträglichkeit, feuchte Haut

Haarausfall

Müdigkeit

Muskelschwäche

Zyklusstörungen

(Quelle: Pfannenstiel etal; Schilddrüse, 1999, S. 134-136)

Herz-Kreislauf-System:

Schneller und manchmal unregelmäßiger Puls, leicht erhöhter Blutdruck.

Haut:

Die Haut ist warm, samtartig, Sie schwitzen viel. Kühlere Räume werden bevorzugt, Betroffene kleiden sich leicht. Die Nägel brechen leicht und beim kämmen ist ein hoher Haarverlust zu verzeichnen. Das Haar ist seidenweich, es "sitzt" nicht .

 

Magen-Darm:

Neigung zu Durchfällen oder häufigen Stuhlentleerungen. Der früher festgeformte Stuhl ist jetzt weich.

 

Muskulatur und Knochensystem:

Mäßiggradige Osteoporose möglich, Muskelschwäche, Muskelschmerzen und Spannungs- gefühl.

 

Blut:

Leichte Blutarmut

 

Hormonsystem und Stoffwechsel:

Menstruationsstörungen, Verminderung von Libido und Potenz Bei unzureichender Behandlung in der Schwangerschaft drohen Aborte, Frühgeburten oder Missbildungen.

 

Nervensystem:

Es tritt Nervosität auf. Sie können sich schlecht beherrschen. Unruhe, unmotivierte Bewegungen und Schlafstörungen sind häufig. Die Erregbarkeit kann sich zu schweren psychotischen Zuständen steigern.

 

Kropf:

Oft besteht eine Schilddrüsenvergrößerung, oder sie bildet sich gleichzeitig mit der Überfunktion. Ein sichtbarer Kropf kann auch mal fehlen.

 

Augen:

Bei Morbus Basedow kann Tränenfluss, Fremdkörpergefühl, Lichtscheuheit, Rötung und hervortreten der Augen auftreten.

 

Die Schilddrüsenüberfunktion ist z.B. Ausdruck sich selbstständig gemachter Schilddrüsenareale, die sich vom Gewebe abgrenzen und autonom werden. Sie kann aber auch von einem Morbus Basedow verursacht sein. Insgesamt machen diese beiden Krankheiten 95% der Hyperthyreosen aus.

Ursachen der Schilddrüsenüberfunktion

 

Immunthyreopathie (Morbus Basedow)

Autonomie

Entzündung

Sekundäre Hyperthyreosen

Hormonproduktion außerhalb der Schilddrüse: z.B. Karzinometastasen

Von außen verursachte Hyperthyreose: z.B. Medikamente

 (Quelle: Allolio, Schulte; Praktische Endokrinologie, 1996, S. 168)

 

Autonomie

Unter dem Begriff Autonomie versteht man die Unabhängigkeit bestimmter Funktionen von regulativen Einflüssen. Bei der Schilddrüse entziehen sich die Zellen der Regulation und bilden ungehemmt Hormone. Diese Zellen werden zu "Knoten", die vor Produktionseifer heißlaufen. Die Autonomie kann als einzelner Knoten (unifokale Autonomie oder autonomes Adenom) in Form von mehreren Knoten (multifokale Autonomie) oder als verstreuter Zellhaufen (disseminierte Autonomie) vorkommen. Eine Autonomie entwickelt sich zwar bevorzugt in älteren Kröpfen, findet aber nicht selten auch in normal großen Schilddrüsen statt. Also sind auch Menschen ohne Kropf nicht vor einer Überfunktion durch Autonomie sicher.

Morbus Basedow

Wenn hinter der Überfunktion keine Autonomie steckt, spricht vieles dafür, dass ein Morbus Basedow vorliegt. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Autoimmun- erkrankung: Dabei werden verschiedene Abwehreiweiße (Antikörper) der körpereigenen Polizei gegen die Zellen der Schilddrüse gebildet. Das heißt, das Immunsystem, sonst Schützer gegen Krankheiten, die von außen und innen über den Körper hereinbrechen, ist hier selbst ein Glied der Ursachenkette. Die Schilddrüse "denkt", dass es sich bei den Antikörpern um stimulierendes Schilddrüsensteuerhormon (TSH) handelt und geht in die Produktion von Hormonen. Dadurch kommt es zur Überfunktion. In 60 % der Fälle haben Patienten mit der Basedow'schen Krankheit stark hervortretende Augäpfel. Auf dem Lymphwege dringen diese Abwehreiweiße in die Tiefe der Augenhöhlen vor. Auch hier läuft der autoimmune Prozess ab. In seltenen Fällen ist ein drittes Areal betroffen: Die vordere Hauptpartien der Unterschenkel. Warum die körpereigene Polizei sich plötzlich selber angreift, ist noch nicht geklärt. Die Ursache steckt wohl zum einen in den Genen, aber auch psychische und hormonelle Prozesse scheinen eine Rolle zu spielen.

 

Die häufigsten Befindenstörungen bei der Basedow'schen Krankheit sind psychischer Natur.

 

 

Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion

 

Medikamentöse Therapie

Der Morbus Basedow neigt als Autoimmunerkrankung zur Selbstheilung. Zur Überbrückung bis zur Rückbildung der Krankheitsprozesse ist die medikamentöse Therapie sinnvoll. Beim Morbus Basedow wird deshalb die thyreostatische Langzeittherapie bevorzugt. Die Dauer des Bestehens ist von entscheidender Bedeutung für die Auswahl der optimaler Therapie- form. Patienten mit "frischer" Hyperthyreose wird man in der Regel medikamentös be- handeln. Bestehen nach 1-2 Jahren noch Hinweise, dass unbehandelt immer noch eine Hyperthyreose vorliegen würde, sollte eine operative Therapieform in Betracht gezogen werden. Thyreostatika sind Schilddrüsenhemmer, die die Hormonproduktion drosseln, indem sie die Schilddrüse an der Jodaufnahme hindern.

 

Die Autonomie bildet sich unter Thyreostatika nicht zurück, insofern dient hier die Thyreostatika-Therapie in der Regel als Vorbereitung einer definitiven Therapie (Operation oder Radiojod).

 

Schilddrüsenhemmer drosseln die Herstellung der Hormone, aber nicht die, die bereits produziert wurden und im "Lager" sind. Von daher tritt eine verzögerte Wirkung ein. Eine Zeit lang, die von ein bis drei Wochen reicht, bleiben die beunruhigenden Symptome bestehen. Manchmal werden neben Schilddrüsenpräparaten auch Beruhigungsmittel verordnet. Die Einstiegsdosis richtet sich nach dem Patienten und dem Wirkstoff des Schilddrüsenhemmers. Wenn sich nach 4 - 6 Wochen die Beschwerden normalisieren, wird die Dosis des Schilddrüsenhemmers unter ärztlicher Kontrolle so vermindert, dass die Schilddrüsenhormone im normalen (euthyreoten) Bereich und das schilddrüsenstimulierende Hormon (TSH) im unteren Normalbereich liegen.


Schwangerschaft und Stillzeit  

Eine mütterliche Hyperthyreose während der Schwangerschaft kann einhergehen mit einer erhöhten Fehlgeburts- und Missbildungsrate. In der 10-14. Schwangerschaftswoche beginnt die Hormonproduktion des Fetus. Die Dosis eines thyreostatischen Medikamentes muss möglichst niedrig gehalten werden. Im letzten Schwangerschaftsdrittel bessert sich eine Hyperthyreose oft spontan.

 

In der Stillzeit ist eine Jodtherapie bei Jodmangelkropf nur gut. Schilddrüsenhemmmer aber gehen in die Muttermilch über. In der Stillzeit ist das Thyreostatikum Propylthiouracil das Mittel der Wahl (Fachinformation Propycil, Punkt 5 Gegenanzeigen), da die Konzentration der Milch höchstens ein Zehntel der mütterlichen Blutserum-Konzentration beträgt.

 

Nichts desto trotz sollten die Gynäkologen, Schilddrüsenspezialisten und Kinderärzte hier zusammenarbeiten.

 

Auswirkungen der Therapie  

War die Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion erfolgreich, sinkt die Hormonproduktion, der Stoffwechsel normalisiert sich und das Körpergewicht nimmt wieder zu. Manchmal sogar über das alte Maß hinaus, da die Eßgewohnheiten noch auf die erhöhte Stoff- wechsellage zugeschnitten sind.

 

Bleibt auch zu bedenken, dass eine erst mal vorhandene Muskelschwäche Zeit braucht, bis sie wieder behoben ist. Ein sofortiges Umherspringen ist damit nicht zu erwarten.

 

Ruhe und Schonung  

Einer überdrehten Schilddrüse kann man mit Ruhe und Schonung entgegentreten. Schlafen und spazieren gehen tun den Patienten gut. Den Angehörigen wird hier viel Verständnis abverlangt, da äußerlich alles normal aussieht, im Inneren aber noch ein Sturm tobt. Des weiteren sollten Sonnenbäder und Sport vermieden werden. Selbstverständlich gehört auch das Rauchen zu den Dingen, die unterlassen werden sollten.

 

Vermeidung von Jod  

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion sind jodhaltige Nahrungsmittel tabu. Hochseefisch sollte nicht auf dem Menüplan stehen. Aber da vorher ein Jodmangel aufgrund der Ernährung entstand, wird das nicht das Problem sein.

Radiojodtherapie
Die Radiojodtherapie wird heute weltweit millionenfach in einem Zeitraum von über 50 Jahren eingesetzt. Das radioaktive Jod wird bevorzugt von Hormonzellen aufgenommen, deren Stoffwechsel gesteigert ist. Beim Morbus Basedow sind alle Zellen betroffen, bei der Autonomie werden die erkrankten Teile erreicht. So wird ungelegenes Schilddrüsengewebe sauber, gründlich und komplikationslos ausgeschaltet und damit auch die Hyperthyreose. Die Bestrahlung spielt sich vor Ort ab und bleibt auf diesen begrenzt. Die Dosis wird individuell ermittelt und ist orientiert an "so wenig wie möglich, so viel wie nötig". Das umliegende Gewebe wird nicht verstrahlt und nimmt keinen Schaden. Aus Strahlenschutz- gründen läuft die Therapie unter stationären Bedingungen ab. Da das Radiojod seine Sache zwar gründlich macht, dauert sie dafür etwas länger. Erst nach 4 Wochen entfaltet sie ihre Wirkung. Ab da muss auf eine Schilddrüsenunterfunktion geachtet werden.


Operation
Die Schilddrüsenoperationen gehören heute auf Platz 3 der Häufigkeitsrangliste, nach Blinddarm und Leistenbruch. Die Operation wird bei großen Kröpfen, die z.B. die Luftröhre einengen durchgeführt, oder bei knotigen Veränderungen. Manche Knoten nehmen kein Jod mehr auf, so dass eine Radiojodtheapie nicht anschlagen würde. Die Operation wird erst durchgeführt, wenn eine medikamentöse Vorbehandlung den Stoffwechsel normalisiert hat. Auf diesem Wege wird der Patient die Hyperthyreose am schnellsten los. Durch die Entfernung oder ein kleinen Restverbleib der Schilddrüse kann es zu einer Unterfunktion kommen, die dann mit Schilddrüsenhormonen-Tabletten therapiert werden müssen. Es gilt aber: Lieber einen gesunden Menschen mit Unterfunktion, als einen psychisch Belasteten mit Überfunktion.

 

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Ganz im Gegensatz zur Überfunktion, steht hier dem Körper zu wenig Schilddrüsenhormon zur Verfügung. Ursachen sind angeboren, entstanden durch Entzündungen oder extreme Jodmangelsituationen.

Die Schilddrüsen Unterfunktion (Hypothyreose) entwickelt sich allmählich. Da sämtliche Körperzellen vom Schilddrüsenhormon abhängig sind wirkt sich deren Mangel auch überall aus. Über 2/3 der Patienten klagen über Leistungsminderung, Schwäche, Lethargie, Müdigkeit, Frieren, Verstopfung, Gedächtnisverminderung. Der insgesamt herabgesetzte Stoffwechsel gepaart mit körperlicher Untätigkeit, aber gleicher Nahrungszufuhr, führt dann zum Übergewicht. Weitere körperliche Befunde drücken sich aus in Wassereinlager- ungen, in den Lidern sorgt das Wasser für Schwellungen. Die Finger werden dick. Die Haut wird trocken und blass und manchmal auch fleckig.

Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion

Da die Schilddrüsenunterfunktion die Auswirkung des Mangels an Hormone ist, besteht die Therapie aus der Gabe von Schilddrüsenhormonen wie z. B. Thyroxin (T4).Das synthetisch hergestellte Hormon ist dem körpereigen identisch, so dass bei richtiger Dosierung keine Nebenwirkungen zu erwarten sind.